Häufig
gestellte Fragen
Was
ist die Arbeitsgemeinschaft?
Die
Arbeitsgemeinschaft Schwäbischer
Volkstumsgruppen e.V. (im folgenden nur noch als Arbeitsgemeinschaft
bezeichnet) ist ein freiwilliger Zusammenschluß von Vereinen, Gruppen oder
Einzelpersonen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Volkskultur im
Kerngebiet Bayerisch-Schwaben und drumherum zu pflegen, zu leben und gut
bestellt an die Nachwelt weiter zu geben. Der Zusammenschluß wurde 1960 von dem
Kemptener Ludwig Berthold (+ 2001) angeregt und 1965 als eingetragener Verein
manifestiert, um den bis dahin eher verstreut und isoliert wirkenden
Gruppierungen mehr Gewicht und Bewußtsein in der Öffentlichkeit zu
verschaffen, um damit aber auch der Volkskultur an sich zu mehr Rechtfertigung
in den Medien und auf politischer Ebene zu verhelfen.
Was
versteht die Arbeitsgemeinschaft unter Volkskultur und Volkstum?
Dabei
handelt es sich um typische Bräuche im Jahreslauf, Sitten und Wertstellungen,
aber auch praktisch gelebte Kultur wie Gebrauchsmusik, Tanz und Kleidung, welche
für die Landbevölkerung am nördlichen Alpenrand zwischen 1800 und dem Beginn
des 1.Weltkriegs charakteristisch waren und durch deren Einfluß diese Region,
abgesehen von der Landschaft, heute immer noch nachhaltig geprägt ist. Wenn man
bedenkt, daß ohne die Volkskultur des 19. Jahrhunderts jegliche so hochgelobten
kulturellen Errungenschaften des 20. und 21. Jahrhunderts wie Pop- und
Rockmusik, Jazzdance, HipHop, modernes Theater und moderne Malerei gar nicht
existierten, verliert die Volkstumspflege die Nostalgieduselei, die ihr nicht
nur von der Öffentlichkeit, sondern besonders von den Medien angelastet wird,
was sich vor allem in häufig praktizierter Ignoranz äußert.
Was
macht die Arbeitsgemeinschaft?
Der
Arbeitsbereich der Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Volkskulturarbeit in
Bayerisch-Schwaben umfaßt im wesentlichen die Fachgebiete Volkstanz,
Volksmusik, Volkslied, Trachtenpflege und Laienspiel. Die Arbeitsgemeinschaft
betreut und berät die ihr zugehörigen, aber auch nicht zugehörigen Gruppen
und Vereine durch spezielle Fachberater aus ihren eigenen Reihen für jedes
Fachgebiet, bietet dementsprechende Seminare an und veranstaltet offene
Volkstanzabende sowie Brauchtumsveranstaltungen gemäß dem Jahreslauf. Die
Arbeitsgemeinschaft gibt vierteljährllich das Mitteilungsblatt „Alphorn“
heraus, daß die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen und durchgeführte
Veranstaltungen informiert, ein weiterer Schwerpunkt des „Alphorns“ ist der
umfangreiche Veranstaltungskalender für die folgenden Monate.
Wie
verträgt sich das altbewährte Mitteilungsblatt „Alphorn“ mit dem
Internetauftritt der Arbeitsgemeinschaft?
Die Internetseite kann und will das Mitteilungsblatt „Alphorn“ der Arbeitsgemeinschaft nicht ersetzen. Das „Alphorn“ wird wie bisher Sprachrohr der Vorstandschaft und Forum für Berichte von und für Veranstaltungen aus dem Verbreitungsgebiet der Arge sein. Die Internetseite will vielmehr mit Inhalten, die den Umfang des „Alphorns“ bei weitem sprengen würden, den weiten Nutzerkreis des Internets auf die Arbeitsgemeinschaft und deren Ziele aufmerksam machen, um so neue Freunde und damit neue Mitglieder zu werben. Desweiteren soll, wie das heute im Internet üblich ist, den Lesern die Möglichkeit gegeben werden, aktiv im Diskussionsforum mitzuwirken oder durch die Bekanntmachung der eigenen Musik- oder Gesangsgruppe auf diese aufmerksam machen zu können.
Was
unterscheidet die Volkskulturarbeit der Arbeitsgemeinschaft von der des Bezirks
Schwaben? Sind zwei sich gleichende Institutionen überhaupt notwendig?
Der
Bezirk Schwaben mit seiner Volksmusik- und Trachtenberatungsstelle ist eine
regionalpolitische Einrichtung, kommt also „von oben her“. Die
Arbeitsgemeinschaft entstand aus rein praktischer Notwendigkeit „von unten
her“ zu einer Zeit, als von der Politik solcherlei Bereiche noch nicht
abgedeckt wurden. Die Zielsetzung in der Volkskulturarbeit beim Bezirk Schwaben
(Beratungsstelle für Volksmusik und Trachtenkulturberatung in Krumbach) und bei
der Arbeitsgemeinschaft ist weitgehend die gleiche, die Methodik der
Vorgehensweise mag eine andere sein. Beim Bezirk Schwaben üben die Berater ihre
Tätigkeit beruflich aus, welche hauptsächlich, wie der Name schon sagt,
beratend und anleitend wirkt, das Hauptwirkungsgebiet ist Mittelschwaben. Die
Arbeitsgemeinschaft fungiert eher subtil, die Vorstandschaft und die Beiräte
(dazu gehören auch die Fachberater) der Arbeitsgemeinschaft sind rein
ehrenamtlich tätig und suchen lieber den persönlichen Kontakt zu ihren „Schützlingen“,
als daß sie vordergründig anleitend tätig sind. Sie besuchen deren
Veranstaltungen, um in Verbindung zu bleiben, man tauscht sich aus. Das
Wirkungsgebiet der Arbeitsgemeinschaft ist der Bereich, den der Bezirk Schwaben
aufgrund der räumlichen Entfernung nicht direkt abdeckt, also das Allgäu und
der Raum Augsburg, einzelne Fachberater der Arbeitsgemeinschaft aus dem Raum
Nordschwaben sind bei sich vor Ort tätig. Insofern ergänzen sich beide
Institutionen, sie konkurrieren nicht, sondern ziehen einvernehmlich an einem
Strang. Das zeigt sich nicht zuletzt daran, daß der derzeitige Volkstanzberater
der Arbeitsgemeinschaft, Bernhard Danner, auch (nebenamtlicher) Volkstanzberater
beim Bezirk Schwaben ist und daß umgekehrt die „Fachleute“ der
Arbeitsgemeinschaft immer wieder als Referenten zu den Seminaren eingeladen
werden, die der Bezirk Schwaben anbietet.
Wie
sieht die aktuelle Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft in Sachen Volksmusikpflege
aus?
Herausgabe von Notenheften
Die
Vorstandschaft ist bemüht, für die Musikanten überliefertes Notenmaterial,
sowie auch neue Musikschöpfungen in Form von Notenheften herauszugeben.
Musische
Woche
(ruht seit 2010)
Seit 1967 wird jährlich die Musische Woche in Südtirol abgehalten. Die Begegnungen in dieser Musischen Freizeit haben Seminarcharakter, bieten aber auch genügend Freiraum für eigenständiges Musizieren, Singen oder Erlernen von Volkstänzen. Zum Veranstaltungsangebot gehören Sing- und Tanzstunden für alle Teilnehmer, Musizierstunden in Kleingruppen sowie ein Ausflug in die Umgebung mit kulturellem Hintergrund. Höhepunkt der Musischen Woche ist ein Gottesdienst am Abschlußtag, der abends mit einem festlichen Essen und musikalischem Galaprogramm endet.
Volksmusiktag im Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren
In
Zusammenarbeit mit dem Schwäbischen Bauernhofmuseum Illerbeuren veranstaltet
die Arbeitsgemeinschaft jährlich seit 2002 Anfang Juli den Volksmusiktag, der
im Museum stattfindet. In und vor den Museumshäusern spielen zahlreiche
Volksmusikgruppen aus ganz Schwaben auf, Singgruppen lassen ihre Lieder hören
und Volkstanzgruppen zeigen Volkstänze aus ihrem Repertoire. Daneben gibt es
ein offenes Liedersingen und offenen Volkstanz für die Museumsbesucher.
Offenes
Singen
in Bodelsberg (bei Oy-Mittelberg)
Singleiterin
Loni Kuisle singt mit Interessierten alte und neue Lieder aus schwäbischer Überlieferung.
Jahres-Gottesdienst
Seit
2003 sporadisch, seit 2009 jährlich gibt es vor dem Lichtmeßtanz einen
Gottesdienst, in dem der verstorbenen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft gedacht
wird und der von jährlich wechselnden Sing- und Musikgruppen der
Arbeitsgemeinschaft gestaltet wird.
Zum Jahres-Gottesdienst sind nicht nur die Mitglieder und Freunde der Arbeitsgemeinschaft eingeladen, sondern er wendet sich an alle Volksmusikliebhaber und überhaupt alle, die einen besonderen Gottesdienst miterleben wollen.
Wie
sieht die aktuelle Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft in Sachen Volkstanzpflege
aus?
Raum Kempten
Organisation
und Durchführung der drei großen Volkstanzfeste Lichtmeßtanz, Maitanz und
Kathreintanz mit den Tanzleitern Heinz Pichler und Bernhard Danner. Die Volkstänze
finden an unterschiedlichen Orten in der Umgebung von Kempten und im Ostallgäu
statt.
Memmingen (ruht seit 2010)
Volkstanz am Fronleichnamstag im Gelände der ehemaligen Landesgartenschau 2000 in Memmingen mit Rudi Sparakowski als Tanzleiter.
Augsburg
Volkstanz
im Botanischen Garten in Augsburg Mitte September, gestaltet von den
Volkstanzgruppen aus dem Augsburger Raum, organisiert von der 2. Vorsitzenden
Elisabeth Luger
Volkstanzschiff
Etwa
im 5-Jahresrhythmus heißt es „Leinen los“ für das Volkstanzschiff zur
besten Jahreszeit auf dem Bodensee, wobei das Schiff allein für die bis zu 300
Volkstänzer aus nah und fern gechartert wird. Auf dem Unter- und Oberdeck wird
gleichzeitig zu Livemusik mit Tanzleitung getanzt, im Mitteldeck sind die
Sitzgelegenheiten für die Volkstänzer angeordnet, dort kann auch gegessen und
getrunken werden. Der Höhepunkt ist dann bei entsprechendem Wetter ein
phantastischer Sonnenuntergang mit leiser Volksmusik im Hintergrund, den die
meisten Besucher vom Oberdeck aus genießen.
19.05.2012
![]()